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Themenweg / Lehrpfad

Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll (Manderscheid)

(2) Themenweg / Lehrpfad • Eifel
  • Auf zu neuen Ufern
    / Auf zu neuen Ufern
    Foto: GesundLand Vulkaneifel, GesundLand Vulkaneifel GmbH
  • Wald- und Wiesenwege Achtsamkeits-Pfad
    / Wald- und Wiesenwege Achtsamkeits-Pfad
    Foto: GesundLand Vulkaneifel, GesundLand Vulkaneifel GmbH
  • Infotafeln an jedem Achtsamkeitspunkt
    / Infotafeln an jedem Achtsamkeitspunkt
    Foto: GesundLand Vulkaneifel, GesundLand Vulkaneifel GmbH
  • Regeneration in der Hängematte
    / Regeneration in der Hängematte
    Foto: GesundLand Vulkaneifel, GesundLand Vulkaneifel GmbH
  • Zurück zum Ursprung - Quellwasser erfrischt
    / Zurück zum Ursprung - Quellwasser erfrischt
    Foto: GesundLand Vulkaneifel, GesundLand Vulkaneifel GmbH
Karte / Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll (Manderscheid)
0 150 300 450 600 m km 1 2 3 4 5 6
Wetter

Lebendig, kraftvoll und erdend – erspüren Sie die ursprüngliche Lebenskraft der Erde. Der Achtsamkeits-Pfad möchte dazu einladen, sich ganz auf den Moment einzulassen bzw. auf das, was man dabei spürt und wahrnimmt.

Das bedeutet: Aufmerksam sein bei den kleinen Dingen. Riechen, schmecken, erfühlen und genießen - ohne zu bewerten, ohne einen Gedanken an etwas anderes zu verschwenden. Nur das Innehalten und bewusste Spüren und Sich-Einlassen, auf das, was gerade da ist, verschafft Beruhigung und Entschleunigung.

Der ständige Begleiter: die Kleine Kyll. Auf ca. 6 km Länge liegt dieser kleine Fluss im GesundLand Vulkaneifel mit seinen unzähligen Windungen, Prall- und Gleithängen sowie Stromschnellen, eingebettet in eine ursprüngliche und vom Vulkanismus geprägte Natur.

leicht
6,8 km
2:00 Std
269 m
183 m
alle Details

Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal
„Die Menschen hetzen in ihren Gedanken immer in die Zukunft, um ja nichts zu verpassen.
Dabei entgeht ihnen genau dann das, was wirklich gerade passiert“, sagt der Psychiater Michael Huppertz. Schon wenige achtsame Momente am Tag erhöhen die Lebensqualität.

Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung
,,Lernt das Wasser richtig kennen und es wird euch stets ein verlässlicher Freund sein.“ (Pfarrer Kneipp)
Wasser hat eine heilende und vorbeugende Wirkung auf den gesamten Organismus. Heute
weiß man: Wasser ist pure Natur, Energiequelle und das reinste Beauty-Elixier. Die Wirkung des Wassers ist so einfach wie genial: es reizt!

Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration/ Rast
,,Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.“ (Fjodor M. Dostojewski)
Vergleichen Sie einmal Ihren Alltag mit einem sportlichen Lauf. Vielleicht glauben Sie, dass die vielen Aktivitäten, die Sie im Laufe eines Tages oder einer Woche angehen oder angehen müssen, dazu führen, Sie fit und aktiv zu halten. Auch der Läufer denkt, dass er beim Laufen fit bleibt. Dies ist allerdings falsch, denn nicht während eines Laufes, sondern in der anschließenden Erholungsphase treten die Trainingsfortschritte ein.

Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz
,,Wer barfuß geht, den drücken keine Schuhe.“ (Unbekannt)
„Über die Erde sollst du barfuß gehen. Zieh die Schuhe aus, Schuhe machen dich blind. Du kannst doch den Weg mit deinen Zehen sehen, auch das Wasser und den Wind. Sollst mit deinen Sohlen die Steine berühren, mit ganz nackter Haut. Dann wirst du spüren, dass dir die Erde vertraut.“ (Martin Auer)

Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration
,,Einsamer Umgang mit der Natur ist die erste Quelle der Inspiration. Man hört dort Laute der Süße und des Schreckens, wie man sie in einer Bibliothek niemals antrifft.“ (Ralph Waldo Emerson)
Der Mensch ist ständig auf der Suche nach Inspiration. Inspiration ist ein wichtiger Faktor, um im Berufsleben bestehen zu können, oder auch, um persönliche Vorhaben voranzutreiben. Grundlage für das Entstehen von Inspiration ist das Sammeln vieler einzelner Erfahrungen,
Eindrücke und Erlebnisse.

Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens
 ,,Das Ohr ist der Weg zum Herzen.“ (Madeleine de Scudery)
Schon im Mutterleib fängt unser Ohr an zu arbeiten. Es ist 24 Stunden am Tag im Einsatz, ständig auf Empfang. Wir brauchen unsere Ohren, um das Gehirn mit lebenswichtigen Informationen aus der Umwelt zu versorgen. Das Ohr warnt uns vor Gefahren, gibt uns
Orientierung und ist wichtig für soziale Kommunikation. Leider wird das dem Menschen oft erst bewusst, wenn sein Gehör nicht mehr funktioniert. 

Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung
,,Sobald die kleine Quelle versiegt, trocknet auch der große Fluss aus.“ (Chinesische Weisheit)
Am Anfang war das Wasser! Wasser ist unser bedeutsamstes Lebensmittel, denn es nimmt
in unserem Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben wahr. Während wir mehrere Wochen ohne feste Nahrung auskommen, können wir Wasser nur höchstens zwei bis vier Tage lang entbehren. Regelmäßiges Trinken ist wichtig, denn Wasser trägt zur Erhaltung der körperlichen und kognitiven Funktionen bei.

Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern
,,Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.“ (André Gide)
Jeder Spaziergang, jede Wanderung und mag sie auch noch so kurz sein, ist ein Aufbruch zu neuen Ufern, ein Sprengen der Ketten, die uns an den Felsen des Alltäglichen und Gewohnten schmieden. Wagen wir den Wechsel ans andere Ufer: weg von
der Unruhe des Alltags, hin zum entspannenden Verweilen und zur Achtsamkeit. Es tut gut, von Zeit zu Zeit aufzubrechen aus dem Selbstverständlichen, das Gewohnte einzutauschen
gegen das Unbekannte. Oder neue Ufer zu entdecken, neue Räume zu betreten, dem Leben auf der Spur zu bleiben.

Autorentipp

Das GesundLand Vulkaneifel organisiert Ihnen gerne eine Führung auf dem Achtsamkeits-Pfad. 

outdooractive.com User
Autor
Sarah Schmitz
Aktualisierung: 04.09.2017

Schwierigkeit leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
391 m
279 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Rundtour Rundtour
familienfreundlich familienfreundlich
Einkehrmöglichkeit Einkehrmöglichkeit
mit Bahn und Bus erreichbar
aussichtsreich
geologische Highlights
botanische Highlights
faunistische Highlights
Geheimtipp


Ausrüstung

Festes Schuhwerk ist sehr empfehlenswert.


Weitere Infos und Links

GesundLand Vulkaneifel GmbH, Daun
Tel. +49 (0)6592 - 951370 
www.gesundland-vulkaneifel.de

GesundLand Tourist-Information Manderscheid
Grafenstraße 21, 54531 Manderscheid
Tel.: +49 (0)6572 - 932 664

Start

Mosenbergstraße, 54531 Manderscheid (335 m)
Koordinaten:
Geogr. 50.088779 N 6.800355 E
UTM 32U 342655 5550818

Ziel

Mosenbergstraße, 54531 Manderscheid

Wegbeschreibung

Die Wanderung ist ausreichend nach dem Logo beschildert. 

Öffentliche Verkehrsmittel:

Diese Tour ist gut mit Bahn und Bus erreichbar.

Regio Linie 300 Daun - Wittlich - Bernkastel-Kues

(Ausstieg an den Haltestellen Manderscheid Dauner Straße oder Manderscheid Abzw. Im Bungert)

Fahrplan Regio Linie 300

Anfahrt:

Von Manderscheid die L16 Richtung Bettenfeld. Etwa 400m nach dem Kreisel geht es links zum Ausgangspunkt auf dem Wanderparkplatz ,,Mosenbergblick“

Parken:

Der Wanderparkplatz "Mosenbergblick" steht als Parkplatz ganzjährig kostenfrei zur Verfügung.

Weitere Parkmöglichkeiten bieten das Hotel-Café-Restaurant Heidsmühle (Mosenbergstraße 22) und die Eifelklinik (Mosenbergstraße 19).


Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Valerie Rogge
24.08.2017
Lieber Norbert, vielen Dank für deinen tollen Erlebnisbericht von der Wanderung auf dem Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll und die beeindruckenden Fotos. Es freut uns sehr, wenn das Konzept der Achtsamkeit in der therapeutischen Landschaft eine solche Bestätigung findet. Danke! Wir würden uns noch mehr freuen, wenn du vielleicht Lust hättest dein Erlebnis auf dem Weg auch noch mit anderen zu teilen, z. B. in unserem Tagebuch auf www.gesundlandblog.de. Natürlich sind auch deine Fotos es wert, weiter veröffentlicht zu werden. Über einen Anruf unter Tel. +49 (0)6592 951379 oder oder eine E-Mail von dir an rogge@gesundland-vulkaneifel.de würden wir uns sehr freuen. Herzliche Grüße aus dem GesundLand Vulkaneifel, Valerie

Norbert
12.08.2017
Ich weiß nicht, warum die Beiträge hier so unübersichtlich dargestellt werden. Beim Tippen habe ich immer Absätze eingefügt, die dann aber leider nicht übernommen wurden. Ich hoffe, Sie haben trotzdem Spaß beim Lesen....
Gemacht am
11.06.2017
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke und Wasserfall
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke und Wasserfall
Foto: Norbert, Community
Wolfsschlucht
Wolfsschlucht
Foto: Norbert, Community
Wolfsschlucht
Wolfsschlucht
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens - Hörrohr
Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens - Hörrohr
Foto: Norbert, Community
Aussicht von einer Liege im Wald
Aussicht von einer Liege im Wald
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung
Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern - einfach mal Pause machen
Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern - einfach mal Pause machen
Foto: Norbert, Community
Libelle am Achtsamkeitspunkt 7
Libelle am Achtsamkeitspunkt 7
Foto: Norbert, Community

Norbert
12.08.2017
Als großer Fan der Eifel und häufiger Besucher der Gesundland-Internetseite fiel mir schon vor einiger Zeit der Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll auf. Aufgrund der ausführlichen und für mich sehr ansprechenden Beschreibung des Pfades, habe ich mir das Erlaufen dieses Weges fest vorgenommen. Am 12.06.2017 war es dann so weit. Ich war bei herrlichem gut sechs Stunden unterwegs und habe dabei durch ein paar zusätzliche Abstecher knapp neun Kilometer zurückgelegt. Das ist in Relation zur benötigten Zeit für eine Wanderung natürlich recht wenig Strecke, liegt aber darin begründet, dass ich mir an einigen der Achtsamkeitspunkte sehr viel Zeit gelassen habe. Auch die Temperatur von 29 Grad ließ mich freiwillig in eher gemächlichem Tempo unterwegs sein. Mein Startpunkt lag direkt an der Manderscheider Eifelklinik, welche sehr schön eingebettet in der Landschaft liegt. „Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal“ war also der Beginn. Der Blick vom Klinikgelände ins Tal ist in der Tat sehr schön. Schon nach ein paar Metern fiel mein Blick auf das Kneipp-Becken und meine Laune stieg sofort sprunghaft an. Ich bin angekommen am „Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung“. Im Fußbecken habe ich mehrere Runden gedreht, das Armbecken habe ich ebenso häufig genutzt und mich zwischendurch immer wieder mal auf die (auf dem Foto vom Strauch verborgene) Holzliege gelegt. Die bei 29 Grad Außentemperatur sehr angenehme Abkühlung durch das Wasser und das mehrmalige Schließen der Augen beim gemütlichen Ausstrecken auf der Liege ließen mein Wohlempfinden schnell steigen. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange ich mich hier aufgehalten habe, würde mal auf eine knappe Stunde tippen. Aber irgendwann ging es dann weiter die Straße hinunter zur Heidsmühle. Es handelt sich dabei um ein sehr schön gelegenes aber auch sehr stark frequentiertes Hotel und Restaurant mit eigener Konditorei und einer wunderschönen Lage. Hineingegangen bin ich nicht, da ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu essen oder trinken benötigte. Außerdem kommt man später von der anderen Seite nochmals an der Heidsmühle vorbei, so dass man sich dann nach „getaner Arbeit“ diese Rast gönnen könnte. Ich habe noch eine Runde um den Teich gedreht, der sich vor dem Hotel befindet und dann ging es weiter den eigentlichen Achtsamkeitspfad entlang. Meine Befürchtung, dass es aufgrund der vielen Autos, die am Hotel geparkt waren, auf dem Wanderweg von Menschen nur so wimmelt, erwies sich zum Glück als unbegründet. So konnte ich die Natur genießen und den Geräuschen des Waldes zuhören. Meine eigenen Schritte waren meistens das lauteste Geräusch. Es dauerte nicht allzu lange und ich erreichte den „Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration / Rast“. Hier gibt es einen Sitzbereich mit einer schönen Aussicht in Richtung Kleine Kyll, deren Rauschen glücklicherweise auch bis zu einem vordringt. Außerdem kann man die Marienhütte „erklimmen“, wo man aus leicht erhöhter Position einen noch schöneren Ausblick genießt. Ein im positiven Sinne völlig unspektakulärer Punkt des Weges, wenn man sich die Zeit nimmt, einfach mal die Augen zu schließen und die Geräusche der Natur – vor allem der Kleinen Kyll – auf sich wirken zu lassen. Es mag für den Einen oder Anderen vielleicht etwas esoterisch klingen, ist es aber nicht: Sich in der Ruhe der Natur zu bewegen und zwischendurch immer wieder mal innezuhalten, ist ein wirklich angenehmes Erlebnis. Als Stadtbewohner ist es heutzutage fast unmöglich, an einem einzigen Punkt die Mischung aus guter (Wald)Luft, dem Plätschern eines Baches, den Geräuschen aus dem Unterholz und den unzähligen Gesängen der verschiedensten Vögel zu erleben. Hier funktioniert es und man kann ein solches Erlebnis ganz einfach auf einen Punkt bringen: Es tut gut! Noch besser sollte ich mich dann an der nächsten Station fühlen, dem „Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz“. Ein extra "Barfußbadeplatz" genannter Ort sollte ein besonderes Vergnügen bieten können. Und das kann er auch. Ein flaches Ufer mit großen und ebenso flachen Steinen bietet beste Voraussetzungen für ein erfrischendes Fußbad. Auch ein kurzer Spaziergang durchs Wasser ist problemlos möglich. Drei Leute mit Hund waren schon vor Ort und haben das angenehm kühle Wasser der Kleinen Kyll bereits auf sich wirken lassen. Ich tat es ihnen selbstverständlich gleich und genoss das bei den hohen Außentemperaturen sehr erfrischende Wasser. Zwischendurch habe ich mich auf die kleinen Felsen am Ufer gesetzt und wieder mal die Naturgeräusche auf mich wirken lassen. Dann ging es wieder ins Wasser und noch eine ganze Zeit abwechselnd so weiter. Als ich mich schließlich wieder aufgerafft hatte, folgte ein längerer Abschnitt bis zum nächsten Achtsamkeitspunkt. Es ging weiter durch den Wald; die Kleine Kyll ist ein ständiger Begleiter und die Vorfreude auf den Wasserfall bei der Germanenbrücke, die schattigen Wege, die interessanten Steinformationen am Wegesrand und die gute Luft sorgten automatisch für ebenso gute Laune. Ich ließ mir auch beim Gehen Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so konsequent so langsam gegangen bin. Und ich musste mich nicht einmal dazu zwingen – das kam völlig automatisch. Immer wieder schwenkte mein Blick nach links oder rechts, ich blieb stehen, wenn ich irgendwelche Geräusche im Unterholz hörte oder blickte nach oben, um den Taktgeber für einen der diversen Vogelgesänge zu finden. Es ging stetig leicht bergauf, so dass die Kleine Kyll irgendwann aus meiner Wahrnehmung verschwand. Der Anstieg war aber wirklich nur gering – ins Schwitzen kam ich nicht. Und da der Weg mich wieder zur Kleinen Kyll zurückbringen musste, war klar, dass es auch wieder bergab gehen wird. Irgendwann gelangte ich an einen Abzweig nach rechts, runter zum Bach. Nun konnte man immer wieder einen Blick nach dem anderen auf das Flüsschen erhaschen; eine Aussicht schöner als die andere. Bald nun kam ich am „Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration“ an und der Infoflyer des Achtsamkeitspfades hat nicht gelogen. Ein wirklich sehr schöner, kleiner, mehrstufiger und wunderschön gelegener natürlicher Wasserfall. Schon von der Brücke aus schön anzusehen, aber ich konnte nicht widerstehen, mir einen Weg hinunter zum Wasser zu suchen. Schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass man schönere Perspektiven erhält, wenn man im Wasser steht und es war hier recht gefahrlos möglich, ans bzw. ins Wasser zu gelangen. Ich wäre gerne noch weiter in Richtung Mitte der Kleinen Kyll gegangen, das habe ich mich aber doch nicht getraut, da die Felsen im Wasser stellenweise rutschig waren und ich es nicht riskieren wollte, im Wasser zu landen. Mir selbst wäre das bei der Hitze noch egal gewesen, aber meine Kamera wollte ich lieber nicht unter Wasser sehen. Die Abkühlung tat aber natürlich auch so sehr gut, zumal ich an dieser Stelle in der prallen Sonne stand. Trotzdem ließ ich mir erneut viel Zeit, um dieses Naturschauspiel auf mich wirken zu lassen. Ich war überrascht von den sehr großen Felsbrocken, die hier im Wasser lagen bzw. das Ufer bildeten. Im Bereich hinter den dicken Felsen, die die Brücke tragen, wäre das Wasser vielleicht sogar tief genug zum Schwimmen gewesen... Ich bin zwar auch zu dieser Stelle gegangen, um ein paar Bilder von der anderen Seite der Brücke zu machen und stand dabei bis über die Knie im Wasser, aber dabei beließ ich es dann auch. Erwähnenswert sind auch noch die zahlreichen Schmetterlinge, die sich hier aufhielten. Deren Anzahl zu schätzen ist natürlich schwierig, ich vermute aber, dass 20 deutlich zu niedrig angesetzt ist. Aber auch dieses schöne Fleckchen Erde musste ich irgendwann wieder verlassen, denn als nächster Etappenpunkt wartete die Wolfsschlucht (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Schlucht bei Kell in der Nähe des Laacher Sees). Also raus aus dem Wasser und los. Schon kurz nach der Germanenbrücke zweigt der Weg zur Wolfsschlucht nach links ab. Alternativ könnte man auch geradeaus an der Kleinen Kyll entlang weitergehen. Ich hatte jedoch geplant, den Schlenker durch die Schlucht zu gehen und wurde von einem ungeschotterten und natürlich wirkenden weichen Waldweg überrascht. In der Wolfsschlucht herrscht eine ganz andere Stimmung als an der Kleinen Kyll. Alles wirkt wilder und schroffer, ein sehr plötzlicher und unerwarteter, aber dadurch auch positiver Kontrast. Viele von Moos bewachsene Felsbrocken findet man hier genauso, wie einen kleinen Bachlauf, der allerdings schon auf halber Höhe trocken lag. Vermutlich fließt hier sonst mehr Wasser, aber zum Zeitpunkt meines Besuches war es schon mehrere Tage sehr trocken. Nach einer kurzen Steigung kommt man an eine Brücke, die einen wohl normalerweise trockenen Fußes über den genannten Bach bringen soll. Am Ende der Brücke musste ich jedoch erst mal anhalten. Wo ist denn der Weg? Spontan sah ich nur Felsen und diese auch noch teilweise bewachsen. Weiter oben konnte ich einen Weg entdecken und ich ließ meinen Blick einfach mal rückwärts schweifen. So entdeckte ich den Pfad, der tatsächlich teilweise über flache und/oder abgerundete Felsen, teilweise über Waldboden führte. Nach ein paar Metern war der Weg auch wieder eindeutig als solcher zu erkennen und es war kein Problem mehr, den Anstieg zu erklimmen. Oben angekommen habe ich mir auf einer der zahlreichen Bänke ein paar Minuten Ruhe gegönnt, etwas getrunken und – mal wieder – die Akustik des Waldes genossen. Nun folgte eine etwas längere Strecke in Richtung des nächsten Achtsamkeitspunktes. Immer wieder gab es tolle Ausblicke hinab in Richtung Kleine Kyll, die jetzt deutlich unterhalb des Weges lag oder kleine „Naturwunder“, wie am Felsen entlanglaufende Baumwurzeln. Selbst wenn man den Themencharakter des Achtsamkeitspfades komplett außer Acht lässt, ist es ein wunderschöner Waldspaziergang, der auch für sich alleine genommen die Anreise gelohnt hätte. Natürlich wurde das positive Gefühl auch durch das hervorragende Wetter begünstigt. Die Sonnenstrahlen ließen das Grün des Waldes sehr schön zur Geltung kommen und das Blau des Himmels über den Baumkronen sorgte zusätzlich für gute Stimmung. Bald erreichte ich den „Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens“. Hier fanden sich drei verschiedene Objekte zu diesem Thema: Ein Dendrophon (mit leider zum Teil gerissenen Bambusröhren), ein Summstein und ein Hörrohr. Dem Dendrophon konnte ich nicht viele Töne entlocken, was sicherlich daran gelegen hat, dass die klangerzeugenden Röhren teilweise defekt waren. Einen Summstein kannte ich schon von anderen Wanderungen, was mich aber nicht davon abhalten konnte, meinen Kopf hineinzustecken und mein komplettes Frequenzspektrum auf und ab zu summen. Und in der Tat bekam ich bei einer eher tiefen Frequenz eine wohlige Gänsehaut. Das Hörrohr habe ich am intensivsten genutzt, da man die Geräusche des Waldes und auch der Kleinen Kyll wie durch eine Lupe wahrnimmt. Man fokussiert sich geradezu auf die Musik der Natur. Ein Rätsel allerdings blieb: Warum wurde „Hörrohr“ auf der Infotafel mit einem zusätzlichen „H“ – also „Höhrrohr“ – geschrieben :-) ? Weiter ging es zum nächsten Punkt des Weges. Laut Karte sollte es nur ein relativ kurzes Stück sein, aber die Planer des Achtsamkeitspfades haben auch auf diesem Abschnitt einen Grund eingebaut, länger an einem Punkt zu verweilen. Ich stieß nämlich auf eine dieser großen geschwungenen Holzliegen, die man seit einiger Zeit immer häufiger findet und die richtig gemütlich sind. Und da man sich auch noch einen sehr passenden Platz mit einer wunderbaren Aussicht für diese Liege ausgesucht hat, dauerte die Rast relativ lange. Ich schloss auch mal für eine längere Zeit meine Augen und habe mich quasi fallen lassen. Völlig entspannt muss ich kurz davor gewesen sein einzuschlafen, denn als mich ein vorbeigehendes Ehepaar mit einem kräftigen „Guten Tag“ begrüßte, bin ich leicht zusammengezuckt :-). Aber an einem solchen Ort darf das schon mal passieren und ich blieb auch danach noch eine ganze Zeit lang liegen. Es war einfach zu gemütlich, um schnell weiterzuziehen; auch wegen der angenehmen Temperatur, die hier im Schatten herrschte. Da ich aber nicht erst im Dunkeln wieder am Parkplatz ankommen wollte, musste ich mich irgendwann dann doch zum Weitergehen aufraffen. Jetzt ging es zum „Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung“; einer kleinen Quelle, die früher ganz Manderscheid mit Trinkwasser versorgt hat. Wenn man die Quelle schließlich erreicht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass diese doch recht geringe Menge Wasser ausgereicht haben soll. Aber andererseits weiß ich weder, wie viel Wasser damals aus ihr heraussprudelte, noch, wie viele Einwohner Manderscheid seinerzeit hatte. Eine Jahreszahl ist leider nicht angegeben. Eines aber weiß ich definitiv: Da meine Wasserflaschen mittlerweile leer waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, diese aufzufüllen. Dafür musste ich ins Wasser hinein und das empfand ich noch mal eine ganze Stufe kälter als das Kneipp-Becken zu Beginn! Es hat sich aber gelohnt. Das Wasser war sehr erfrischend und anscheinend auch sehr bekömmlich. Probleme mit dem Magen gab es keine – der erneuten Verwendung als Trinkwasserquelle steht also nichts im Wege :-). Nun begann der längste Abschnitt ohne Achtsamkeitspunkt. Es ging eine ganze Zeit lang durch den Wald, der sich immer wieder mal öffnete und schöne Ausblicke freigab. Auf ungefähr der Hälfte der Etappe erreicht man von der anderen Seite die Heidsmühle, aber auch dieses Mal hatte ich keine Lust eine Pause einzulegen. Irgendwie war ich wohl für die Reize der modernen Zivilisation verdorben; ich wollte nur noch Natur. Und frisches Wasser hatte ich ja auch noch. Die Wege wurden jetzt etwas voller, Radfahrer vermischten sich mit Spaziergängern. Wahrscheinlich machte der eine oder andere Gast der Heidsmühle einen kleinen Verdauungsspaziergang. Ich ging weiter bis zum „Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern“. Hier überquert man die Kleine Kyll über große, in den Fluss hineingelegte Trittsteine und hat gleichzeitig den letzten Achtsamkeitspunkt erreicht. Außerdem wurden hier mehrere Holz-Hängematten aufgestellt, die zu einer erneuten genussvollen Pause einladen. Die Hängematten waren leider alle belegt, aber am Ufer der Kleine Kyll gab es einen schön flachen Felsen, der genau die richtige Höhe hatte, um sitzenderweise die Füße im Wasser baumeln lassen zu können. Dies habe ich auch gemacht und wieder bedeutend mehr Zeit an einem einzigen Punkt verbracht, als ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Aber wieder einmal fühlte ich mich so rundherum wohl, dass ich überhaupt keine Lust verspürte, meinen steinigen Sitz zu verlassen. Es war zu diesem Zeitpunkt ca. 15:30 Uhr und noch immer sehr warm. So verschaffte mir das Wasser einen genau passenden Temperaturausgleich. Ein paar Mal kam ich in Versuchung, meinen Platz zu verlassen, da immer mal wieder eine der Hängematten frei wurde. Aber dieses Verlangen war dann doch nicht stark genug; lieber blieb ich auf meinem Felsen sitzen und beobachtete einer der (vermutlich) Libellen, die sich keinen Meter von mir entfernt auf einem Nachbarstein niederließen. Die Zeichnung auf den Flügeln war wirklich beeindruckend. So etwas Schönes kann nur die Natur erschaffen. Der nun folgende letzte Teil meiner Wanderung auf dem Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll führte größtenteils über einen asphaltierten Weg zurück zur Eifelklinik. Ein Stück weit darf man noch in direkter Nachbarschaft zur Kleinen Kyll laufen, um dann irgendwann wieder an der Klinik anzukommen. Ich habe diesen Rundweg sehr genossen. Insgesamt bekommt man hier den Eindruck, dass sich die Planer dieses Pfades bemüht haben, interessante Punkte an passenden Stellen innerhalb einer wunderschönen Natur unterzubringen und wann immer möglich, diese miteinander zu verschmelzen. Man hat nie den Eindruck, als hätte jemand mal so eben schnell schnell etwas aus dem Boden gestampft, nur um einen Weg zu erschaffen, dem man werbewirksam einen Namen geben kann. Die Beschreibungen der einzelnen Achtsamkeitspunkte ist sehr hilfreich und lässt einen Dinge tun, auf die man ohne diese Anregungen vielleicht gar nicht kommen würde. Der wichtigste Punkt aber steht schon in der Beschreibung des Pfades auf der Internetseite des GesundLandes Vulkaneifel: Genügend Zeit ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor auf dem Achtsamkeits-Pfad: Rund drei Stunden sollen für die gesamte Strecke eingeplant werden, um in aller Ruhe über die Wege zu gehen, um an den einzelnen Stationen bewusst innezuhalten – ich habe mir noch wesentlich mehr Zeit gelassen und jede einzelne Sekunde genießen können…
Bewertung
Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal
Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung
Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung
Foto: Norbert, Community
Heidsmühle
Heidsmühle
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration/ Rast
Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration/ Rast
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration/ Rast
Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration/ Rast
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz
Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz
Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz
Foto: Norbert, Community
Blicj auf die Kleine Kyll
Blicj auf die Kleine Kyll
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Wasserfall
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Wasserfall
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration - Germanenbrücke
Foto: Norbert, Community
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration
Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration
Foto: Norbert, Community

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Keine aktuellen Bedingungen in der Umgebung gefunden.
Schwierigkeit leicht
Strecke 6,8 km
Dauer 2:00 Std
Aufstieg 269 m
Abstieg 183 m

Eigenschaften

mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich familienfreundlich Einkehrmöglichkeit

Wetter Heute

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