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Themenweg / Lehrpfad

Eisenweg

· 2 Bewertungen · Themenweg / Lehrpfad · Ahrtal
Verantwortlich für diesen Inhalt
Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. Verifizierter Partner  Explorers Choice 
Karte / Eisenweg
m 600 500 400 300 10 8 6 4 2 km

mittel
11,3 km
3:45 h
334 hm
339 hm
Der Eisenweg ist Teil der "Historischen Straße" zu der auch die beiden Themenwege "Wacholderweg" sowie "Köhler- und Loheweg" gehören. Die Rundweg erfreut nicht nur die Wanderfreunde, die in der Natur seltene Pflanzen und Tiere in Tümpeln entdecken können. Auch Geschichtsliebhaber kommen auf ihre Kosten. Der Weg macht die Wanderung durch die geschichtlich interessanten Orte zu einem einmaligen Bildungsausflug. Auf der Wanderung trifft man z.B. auf  Mauerreste der Gräberfelder der römischen Eisenschmelze und findet Teile der fast 2000 Jahre alten Industriesiedlung .
Infotafeln geben auf dem Weg Aufschluss über eine längst vergangene Zeit.

Autorentipp

Wer noch mehr über die römische Zeit im Ahrtal erfahren möchte, sollte einen Besuch in der Roemervilla in Ahrweiler einpanen.
outdooractive.com User
Autor
Elisabeth Prange
Aktualisierung: 28.02.2014

Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
443 m
Tiefster Punkt
279 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Wanderparkplatz "Alte Mauer" (285 m)
Koordinaten:
Geographisch
50.518392, 7.113849
UTM
32U 366288 5597969

Ziel

Start - Rundwanderweg

Wegbeschreibung

Als in den 1950er Jahren Waldarbeiter im Ahrweiler Stadtwald auf seltsame Bodenerhebungen stießen, ahnten sie, dass hier etwas ganz Besonderes verborgen lag. Sie meldeten ihren Fund weiter und kurze Zeit später begannen Archäologen der Universität Bonn mit den Ausgrabungsarbeiten. Schon bald zeichnete sich ab, dass an dieser Stelle im Altertum eine größere Anlage zur Verarbeitung von Eisenerz bestanden hatte.

Fortan gab es an dieser Stelle in den Wanderkarten den Vermerk "Römersiedlung" bzw. "Gräberfeld". Kaum ein Wanderer nahm davon Notiz. Erst mehr als fünfzig Jahre später erinnerten sich die Verantwortlichen bei der Verwaltung des Kreises Ahrweiler und der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler an den geschichtsträchtigen Schatz im Stadtwald.

Seit Anfang Mai 2001 gibt es offiziell den "Eisenweg", der Geschichte, Ökologie und das Touristikgeschäft miteinander verbinden soll. Für die Wanderer, die Lust auf Natur(erlebnisse) verspüren, ein bemerkenswerter Schritt in die richtige Richtung.



Wir starten unsere Wanderung am Wandererparkplatz "Alte Mauer" an der Ramersbacher Straße zwischen Ahrweiler und dem Örtchen Ramersbach (Eifel-Ardennen-Straße). Eine Informationstafel liefert wertvolles Hintergrundwissen.

Nach etwa 300 Metern folgen wir links der Ausschilderung A7. Kurze Zeit später weist uns ein Schild auf das Gräberfeld der römischen Eisenschmelze links vom Weg hin. Ein paar Mauerreste von rechteckigen Fundamenten und Ziegelscherben beweisen, dass zwischen den Kiefernstämmen und Brombeersträuchern vor langer Zeit Menschen ihre Toten auf die verschiedensten Arten begraben haben.

An der nächsten Wegekreuzung weist die Wegemarkierung A7 nach rechts. Nach wenigen Metern lichtet sich der Wald rechts von uns und die Überreste einer fast 2000 Jahre alten Industrieansiedlung liegen vor uns. Eine Hinweistafel klärt uns zunächst über die ökologische Bedeutung des Ausgrabungsortes auf: Zahlreiche Amphibien wie Frösche und Molche, aber auch seltene Pflanzen und Insekten finden ihren Lebensraum in den Tümpeln und in deren Uferbereich am Rande des Ausgrabungsfeldes.

Eine andere Tafel zeigt, wie wir uns das ursprüngliche Umfeld der Mauerreste vorstellen dürfen. Wir erfahren, dass es u.a. die reichhaltigen Eisenerzvorkommen waren, die die Römer veranlassten, sich im 1. Jahrhundert v. Chr. hier niederzulassen. Die Gebäude, die hier errichtet wurden, zeugen von einer fortgeschrittenen Baukunst. Insgesamt war die Anlage im Altertum wahrscheinlich größer als die heute freigelegten Mauerreste.

Das Eisenerz, das hier verarbeitet wurde, stammte aus verschiedenen Stellen der Umgebung, wo es im Tagebau gewonnen wurde. Zur Weiterverarbeitung wurde es in Körbe gefüllt und zu Pferde oder mit Maultieren zur Verhüttung transportiert. Das eigentliche Verfahren zur Herstellung von Eisenbarren wurde mittels sogenannter Rennöfen durchgeführt.

Nachdem wir den Ausgrabungsort ausführlich angesehen haben, wandern wir weiter. Nach wenigen Metern biegen wir an der Wegekreuzung mit dem alten Basaltkreuz nach links ab. Kurze Zeit später stoßen wir auf einen breiteren Querweg, dem wir nach links folgen. Schon von weitem ist die nächste Informationstafel auf der Waldlichtung links vom Weg zu erkennen (Tafel 5 "Breiter Kopf"). Im Bodenaufschluss in der Böschung dürfen sich insbesondere unsere jüngsten Mitwanderer als "Eisensucher" betätigen.

Das gelbliche Gestein knapp unter der obersten Deckschicht des Waldbodens ist durchzogen von rötlichen bis schwarzbraunen Verfärbungen, die mal als Adern, mal als Schichten deutlich zu erkennen sind. Wir haben eisenhaltiges Gestein (Brauneisenstein) entdeckt. Vor über 250 Millionen Jahren ist es entstanden. Die Tafel informiert, welche geologischen Geschehnisse dazu geführt haben. Wir haben nun auch eine Erklärung für die zahlreichen Gräben, Trichter (Pingen) und Erdhügel im Wald entlang unseres Weges.

Mit einem kleinen rostroten Souvenir in der Hosentasche wandern wir wenig später auf dem historischen Eisenweg weiter. Interessant ist auch der Wald beiderseits unseres Weges, der offensichtlich wie ein Staudamm wirkt. Links erkennen wir an den typischen Sauergräsern (Seggen), dass hier das Regenwasser nur schlecht abfließen kann (Staunässe). Rechts des Weges zeigt die Bodenvegetation ein ganz anderes Bild. Waldrebe (Geißblatt) und Brombeersträucher gedeihen üppig zwischen den Kiefernstämmen.

An der nächsten Kreuzung bei den beiden Findlingen geht es geradeaus weiter bergauf. Auch hier sind die Spuren der frühzeitlichen Bergleute unübersehbar. Wenn wir uns die Bäume und die Bodenvegetation wegdenken, können wir uns die einstige "Mondlandschaft" denken, die es hier zur Zeit der Erzsucher gab. Umweltschutz gab es damals noch nicht und der Bedarf an Rohstoffen für die Eisenhütte war enorm. Kurze Zeit später erreichen wir die Schutzhütte "Alte Mauer".

Von hier geht es bergab bis zum Parkplatz am "Waldwinkel". Am alten Steinkreuz folgen wir der Ausschilderung "Historische Straße" nach rechts. Am Forsthaus mit dem Hirschgeweih am Giebel geht es wieder in den Wald hinein. Kurze Zeit später geht es dann nach links. Der Weg führt uns wieder auf freies Feld und nachdem wir die Höhe vor uns überschritten haben, liegt Ramersbach vor uns.

Eine Viertelstunde später erreichen wir die ersten Häuser. Dann stoßen wir auf der Höhe eines kleinen Kapellchens auf die Straße Ramersbach - Ahrbrück, der wir nach links in Richtung Dorfmitte folgen. An der Einmündung dieser Straße auf die Hauptstraße biegen wir nach rechts ab. An der Kirche und dem kleinen, von Bäumen beschatteten Dorfplatz und dem "Tante Emma-Laden" vorbei wandern wir bis auf Höhe der alten Schule, wo wir vorsichtig die Straße überqueren und der Ausschilderung folgend in der Forststraße wenig später in den Hof des Gasthauses "Halfenhof" gelangen.

Halfer nannte man im Mittelalter die Bauern, die die Hälfte ihres Ertrages als Pacht an den Landesherrn zahlen mussten. Das schmucke Anwesen macht einen einladenden Eindruck. Wir betreten die rustikal eingerichtete Halfenstube. Zahlreiche Fotos, ergänzt durch Modelle in Glasvitrinen und allerlei Gegenstände, dokumentieren den Arbeitsalltag der Köhler, die bis ins 20. Jahrhundert in dieser Gegend Holzkohle hergestellt haben. Nach einem vorzüglichen Mahl, abgerundet durch einen klassischen Ahrrotwein, setzen wir unsere Wanderung fort. Der Ausschilderung folgend geht es aus dem Dorf hinaus hinüber zur Florianshütte am Waldrand und weiter hinab nach rechts ins Tal.

Wir folgen dem Wanderweg bis zu einer markanten Wegegabelung. Ein paar Meter folgen wir dem rechten Weg bis zu der weithin gut sichtbaren Informationstafel. Wir erfahren, dass sich an dieser Stelle zur Römerzeit ein stattlicher Gutshof befand. Übrig geblieben ist allerdings nur wenig. Ein paar Mauerreste, Bruchstücke von Ziegelsteinen, mehr nicht. Zurück auf dem Wanderweg geht es weiter talabwärts, bis wir den Grund des Bachemer Bachs erreichen, den wir überqueren.

Auf dem gegenüber liegenden Hang geht es halbrechts hinauf bis zur Straße. Dieser folgen wir nur wenige Meter nach links bis zur nächsten Wegemarkierung, die uns nach rechts auf einen Waldweg leitet. Am Wegrand können wir überall Gesteinsbrocken sammeln, die Spuren von Roteisen aufweisen. Dann gabelt sich der Weg. Wir halten uns links, gelangen, den Markierungen folgend, wenig später über den teilweise bereits bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Quelle: General-Anzeiger Bonn
www.ga-bonn.de

 

 

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Anfahrt

mit dem Auto über die L 84 von Bad Neuenahr-Ahrweiler in Richtung Ramersbach

Parken

Wanderparkplatz "Alte Mauer" an der L 84
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad


Fragen & Antworten

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Bewertungen

3,5
(2)

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Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
11,3 km
Dauer
3:45h
Aufstieg
334 hm
Abstieg
339 hm
Rundtour Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights

Statistik

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