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Themenweg

Themenwanderweg "Auf alten Wegen in eine vergangene Zeit" in Reichenbach bei Baumholder

· 3 Bewertungen · Themenweg · Obere Nahe · geöffnet
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Urlaubsregion Naheland Verifizierter Partner 
  • Reichenbach
    / Reichenbach
    Foto: VG Baumholder, Urlaubsregion Naheland
  • Wanderer auf dem Themenweg
    / Wanderer auf dem Themenweg
    Foto: Jessica Jung, VG Baumholder
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    Foto: Jessica Jung, VG Baumholder
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    Foto: Familie Lengler_Foto Gerhard Müller, Gerhard Müller
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    Foto: Gerhard Müller
m 600 500 400 300 12 10 8 6 4 2 km Ofenmuseum Reichenbach Denkmal Kirche

Die Wanderung führt über den 12 km langen Themenrundwanderweg in Reichenbach. Dieser Rundweg hat den Themenschwerpunkt „Ehemalige Dörfer vom Truppenübungsplatz Baumholder“ und gibt zahlreiche Einblicke in den Übungsplatz mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. In den Rastplätzen des Weges sind noch alte Relikte verarbeitet, die viele Geschichten rund um die verlorenen Dörfer  zu erzählen wissen.

geöffnet
leicht
12,3 km
4:09 h
353 hm
353 hm

Der Truppenübungsplatz wird mit der Region Baumholder untrennbar in Verbindung gebracht und macht diese mit ihrer Geschichte zu etwas Einzigartigem in der Umgebung. Die Menschen, der 14 Orte, die vor Jahren auf dem Platz angesiedelt waren, haben eine neue Heimat gefunden, doch sind viele noch stark auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes verwurzelt.
Auf einer Länge von ca. 12 km erinnert der Wanderweg an die ehemaligen Orte des Truppenübungsplatzes.
Die im Verlauf des Weges angelegten Rastpunkte sind eingearbeitete Relikte aus den alten Dörfern. Bänke, aus Steinen der Dörfer gebaut, dienen dem müden Wanderer als Ruhebank und sind perfekt zum Genießen der wunderbaren Aussichten auf den Ort Reichenbach, die Region und insbesondere den Truppenübungsplatz Baumholder. Der Weg selbst führt aber nicht über den Platz selbst, sondern bietet beeindruckende Einblicke.

Ausweiler

Am oberen Ende des Parkplatzes, vor einem Schwarzdornbusch steht eine Informationstafel mit der Wanderroute, deren Unterbau aus Sandsteinblöcken erbaut wurde. Sie wurden am Kraunenberg in der ehemaligen Gemarkung des Dorfes Ausweiler gefunden, der mit der Zugehörigkeit zum Kirchspiel Reichenbachs auf besondere Weise verbunden war.
Über Reichenbach hinweg schauend erblicken wir den Westteil des Truppenübungsplatzes mit der Winterhauch.
An der alten Straße von Mainz nach Metz liegend, war Ausweiler sicher schon zur Römerzeit besiedelt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die beiden Sockelsteine Teile von Altären sind, die den Göttern Mars und Herkules geweiht waren und in der Nähe des Dorfes standen. Die erste Erwähnung des Ortes war 825 als der fränkische Edeling Herefried die Wiesen und den Wald des Ortes dem Kloster Tholey schenkte.
1937 wurden die 425 ha große Gemarkung und das Dorf Ausweiler Teil des Truppenübungsplatzes, 159 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Heute ist der Ort nicht mehr wahrzunehmen. In eiigen Häusern Reichenbachs lebt er jedoch weiter, denn den Besitzern wurde es erlaubt nach 1945 Mauersteine zum Bau ihrer Häuser zu verwenden. Auch so manche Dachziegel aus Ausweiler schützte in Reichenbach das Mauerwerk der Häuser. Vor allem nach dem Bombenangriff 1941 auf das Munitionslager am Feldberg, als viele Ziegeldächer in Reichenbach durch die Luftdruckwellen zerstört wurden.

Erzweiler

Auch der malerisch gelegene Ort Erzweiler gehörte zu jenen Gemeinden, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zu Gunsten des Truppenübungsplatzes geräumt werden mussten. Die Erzgruben in der Gemarkung ermöglichten ein karges Zubrot und waren wohl auch Namensgeber für den Ort. Durch den Krieg verzögerte sich die Aussiedlung. Die letzten Einwohner verließen 1974 den Ort. 
Dem Verlauf der Dorfstraße folgend kommen wir zum Schnittpunkt der beiden uralten Fernrouten, die eingangs beschrieben wurden und noch heute eine Wegekreuzung darstellen. In gerader Richtung die Kreuzung querend sehen wir auf der rechten Seite auf einem kleinen Platz einen Mühlstein und 3 Sandsteintröge: Sie symbolisieren die 3 Mühlen in der Seitenalb, von denen die Schmidtenmühle zur Gemeinde Grünbach gehörte.

Grünbach

Heimatort des Astronomen und Sehers Johannes Lichtenberger (um 1440-1503). Er war Hofastrologe am Hofe Kaiser Friedrichs III., auch als "astrologus imperialis" Johannes Grunenbach von Beymoldern bekannt. In einem Seitental der Steinalb in einer nach Westen geschlossenen Mulde gelegen, war es bis 1939 Heimat für 364 Menschen. Die Gemarkung war mit 883 ha recht groß und liegt heute zum Großteil im Haupteinschußgebiet des Truppenübungsplatzes.
Waren hier früher Feldfrüchte die Bodenbedeckung, so entwickelt sich heute eine Pionierpflanzengesellschaft hin zum Wald.

Mambächel

Mambächel, der ehemals größte Ort im heutigen Truppenübungsplatz war europaweit bekannt für seine Achatvorkommen.   Zahlreiche Steinzeitfunde weisen auf eine alte Vergangenheit hin. Erste schriftliche Erwähnung fand er 663 in einer Schenkungsurkunde des Königshofes zu Tholey. Die Mambächler Achate, die in der Grube Uzenbach oder auf den Feldern gefunden wurden, waren europaweit begehrte Sammlerstücke. Aber den illegalen Abbau und Handel verboten die Zweibrücker Herzöge bei Todesstrafe. Der zuvor erwähnte Findling besteht zum Teil aus diesem einzigartigen Stein.
Erwähnt sei nur, der aus dem sog. Elefantenjaspis gearbeitete Leopard, der im geologischen Museum zu Florenz ausgestellt ist.
Die Geigersmühle und der Mambächlerhof, eine kleine Siedlung am Fuße des Plättchens, gehörten zu Mambächel.
Vom Mambächlerhof erzählt man sich, dass die Pfannkuchen dort nur auf einer Seite gebacken wurden. Die Erklärung: Die Häuser der Siedlung standen nur auf einer Straßenseite! 1939 kamen 238 ha der 1436 ha großen Gemarkung zu Baumholder. Der Rest wurde dem Truppenübungsplatz zugeführt. 614 Menschen verließen ihre Heimat.

Kefersheim

In die Zeit des 4.-6. Jahrhunderts verweist uns der Ortsname als mögliche Gründungszeit. Die damals einwandfreien Franken ließen die Namen ihrer Orte mit "ingen" oder "heim" enden. Am Fuße des Wilzenberges lag Kefersheim in einer geschützten Mulde. Kefersheim, ein Ort in dem auch Wein angebaut wurde. 1645 brachten die Einwohner denselben auf die Kyrburg, zu deren Herrschaftsbereich sie gehörten, in Sicherheit.
Die heute noch intakten Streuobstbestände des Ortes mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna sind Zeitzeugen einer damals intakten Dorfgemeinschaft, die auf der 319 ha großen Gemarkung ihren Lebensunterhalt erwirtschaftete. Die 210 Einwohner verließen 1937 den Ort und leben heute noch in der ganzen Republik verstreut. Die Nachfahren des im 19. Jahrhunderts berühmten Bauern- und Uhrmachers Jakob Hub leben heute in Tessin in Mecklenburg. Seine Uhren waren in der Pfalz und im Hunsrück eine begehrte Handelsware. Dahinter auf einer gepflasterten Fläche erblicken wir einen Findling. Dieser Stein, der aus einem Konglomerat verschiedener Mineralien besteht, birgt eine Rarität.

Aulenbach

Im Gegensatz zu Ausweiler war Aulenbach kirchlich mit Baumholder verbunden. Wurde der Ort schriftlich erst 633 erwähnt, so weist ein Urnenfeld im Jahre 1934 jedoch auf eine Besiedlung vor 2700 Jahren hin.
Die Ursprünge der Schwertspatgrube Clarashall lagen auf der 459 ha großen Aulenbacher Gemarkung und die Eisenhutsmühle am Reichenbach gehörte zu Aulenbach. 1937 hatte Aulenbach 264 Einwohner.
Das Verhältnis der Reichenbacher zu den Aulenbacher Nachbarn war nicht gerade spannungsfrei. Die Reichenbacher Dorfjugend ging keiner Rauferei mit den Aulenbacher Rotärschen aus dem Wege (Rotärsche wegen des roten Lehmbodens, der in Aulenbach vorkam).
Die Ortslage Aulenbach ist von hier gut einzusehen. Eine weniger gute Erinnerung verursacht der Gedanke an das Lager für russische Kriegsgefangene auf dem Aulenbacher Kopf.
Unter menschenunwürdigen Bedingungen hausten sie in einem Zeltlager und wurden zur Zwangsarbeit herangezogen. Die meisten kamen um und wurden in einem Massengrab neben dem Aulenbacher Friedhof verscharrt. Ihnen sei das bei der vorgenannten Mauer stehende Kreuz gewidmet. Auch die Soldaten des Strafbataillons 999 waren dort in der Nähe in einem Barackenlager untergebracht. Die wenigsten waren wohl Verbrecher, ein Wort der Kritik an den damals Herrschenden genügte zur Rekrutierung in diese Einheit. Viele wurden erschossen. Hinrichtungsort waren der Schießstand, der im heutigen Lager Aulenbach stand und das Vorfeld eines Bunkers bei Ausweiler.
Nach wenigen Metern wenden wir uns nach rechts und folgen dem Weg bis zur Infrastrukturstraße. An der Platzgrenze verwehrt eine Schranke das Weitergehen. Wir gehen rechts in Richtung Friedhof und betreten diesen durch den hinteren Eingang. Ein neugotisches Friedhofskreuz, welches früher auf dem Friedhof von Kefersheim stand, ist zu sehen.

Ehlenbach

Aus Steinen, die früher Bestandteile eines Hauses in Ehlenbach waren, ist die Sockelmauer der überdachten Sitzgelegenheit gefertigt. Im oberen Steinalbtal gelegen, zu Füßen des Stuhlbergs, war Ehlenbach mit seiner 278 ha großen Gemarkung Heimat für 148 Menschen, die 1939 in alle Winde zerstreut wurden. Erste Erwähnung fand der Ort in einer Schenkungsurkunde von König Otto III. aus dem Jahre 992. 
Dem Kloster St. Alban zu Mainz schenkte er 6 Königshufen im Nahegau wobei der Forst zwischen dem Kebensheim (Kefersheim und Wiselenbach (Wieselbach)) erwähnt wurde, dem späteren Standort von Ehlenbach.
Am Sportplatz haben wir einen wunderschönen Blick auf Reichenbach und die Kirche. Wir gelangen auf direktem Wege an eine Kreuzung. Zuvor auf einer Grünfläche an einem Mauerrest mit einem Kreuz angelehnt, finden wir eine Ruhebank. Die Materialien sind Reste der Aulenbacher Friedhofsmauer. 

Ilgesheim

Die Wortendung "heim" deutet auf eine fränkische Besiedelung hin, die um 400 n. Chr. begann. 1381 hieß Ilgesheim noch "Ylingsheim", "Das Dorf des Illing" d. h. der Sohn des Illo. 
Ilgesheim hatte eine eigene Kirche, der Fichtenhof gehörte zur Gemeinde und die Wolfsmühle in der Seitenalb wurde 1553 von Friedrich von Löwenstein der Kirche zu Ilgesheim gegen einen Zins von jährlich 4 Maltor Korn "Sant dilger eich" (d.h. St. Julianer Maß) verpachtet. Die 560 große Gemarkung mit Ihren 47 Familien, die in 44 Häusern wohnten, ging am 01.04.1939 in den Truppenübungsplatz über.
Ein kurzer Anstieg und wir erreichen die Harzbuch. Ein Rastplatz lädt zum Verweilen ein. Ein herrlicher Rundblick entschädigt für alle bisherigen Mühen des Weges. Geradeaus sehen wir das höchstgelegenste Dorf des Landes: Hattgenstein. Zu unseren Füßen liegt das Nahetal und den Horizont beherrschen Soon-, Idar-, und Hochwald mit dem Erbeskopf, dem höchsten Berg des Landes Rheinland Pfalz und die Freisener Höhen sind zum Greifen nahe.

Oberjeckenbach

Der Boden des Sitzplatzes besteht aus Ziegelsteinen, die einmal Teil eines Hauses in Oberjeckenbach waren. Die im Bereich des Hammelfelsens liegenden Hünengräber bescheinigen der ehemaligen Ortschaft eine alte Vergangenheit. Der im Jahre 1858 gemachte Münzfund von 1435 Münzen aus der Römerzeit belegen eine kontinuierliche Besiedlung. Seit 1258 gehörte der Ort zum Amt Grumbach.
Oberjeckenbach war schon immer ein kleiner Ort. Die umliegenden herrschaftlichen Besitzungen wie Hohenröderhof, der Carelshof, der Hof auf der Kohlheck, der Biebelshof, der Liebfrauenhof, der Herrenhof und des alten Kellers Gut engten seine Entwicklung ein.
Die guten Böden dieser Region mögen Ursache des herrschaftlichen Besitzes gewesen sein. Dem gemeinen Bauern überließ man die kargen Böden. 356 ha war die Gemeinde groß, 56 Wohnhäuser mit 61 Familien fanden hier ihre Heimatals der Ort im Truppenübungsplatz aufging.
1940 wurde durch die Heeresleitung eine Wiederbesiedelung erlaubt, die 1963 beendet wurde. Die ehemalige Kreisstraße führt uns nun weiter in Richtung Sportplatz Reichenbach. An der Kreuzung zur Außenfeuerstellung 205 am Fuße von Harzbuch können wir eine kurze Rast einlegen und uns auf einer Sandbank ausruhen, deren Einzelteile aus Ilgesheim stammen.

Wieselbach

In einem geschützten Seitental am Fuße der Winterhauch lag das idyllische Örtchen mit seiner kleinen Kirche. Wie auch Ehlenbach wurde es 992 in der gleichen Urkunde erstmals erwähnt.
Wenn man seine Lage kennt, kann man sich heute noch vorstellen, dass es seinen Namen nicht umsonst hatte. Landschaftsbestimmend war mit Sicherheit, der im Tal liegende Wiesengrund mit grasbewachsenen Seiten-tälern und Mulden.
1928 lebten 227 Menschen in Wieselbach, die auf der 541 ha großen Gemarkung ihr Auskommen suchten.1939 hatte diese Idylle ein Ende. Die Menschen mussten, wenn auch in eine sichere Zukunft ihre Heimat verlassen. Die heutige Dorfstraße war wohl Teil der Römerstraße zu Beginn unserer Wanderung.
Nun der Ausschilderung folgend erreichen wir durch Laub- und Nadelwald sowie vorbei an Feldern die Salzleck. In Sichtweite der alten Kreisstraße erwartet uns ein Rastpunkt.

Zaubach

Dieser Rastplatz erinnert an den Ort Zaubach, der ehemals kleinsten Gemeinde des Kreises Birkenfeld. 173 ha war die Gemarkung groß, die erst 1977 dem Truppenübungsplatz zugeschlagen wurde.1975 lebten noch 38 Bürger in der Gemeinde. Durch Laubwald und Stangenholz führt der Weg weiter zur Landstraße nach Nohen. 
Im abfallenden Teil des Weges wird auf einen Grenzstein hingewiesen. der die Großbuchstaben GO für Großherzogtum Oldenburg enthält. Den Weg weitergehend kommen wir in den schluchtenartigen Landsgraben, gehen über den Reielsbach und biegen links ab. Entlang einer Blockschutthalde geht es 200 m weiter bis wir rechts auf einen Weg abbiegen, der uns an den Mittelhang des Hochfelsens führt. Links geht es nun entlang der Höhenlinie weiter in Richtung Goldgrube.
Kurz bevor wir den Wald verlassen, ist auf der linken Wegesseite eine Felsnase zu sehen. Hier haben wir einen wunderbaren Blick ins Nahetal. Etwa 250 m weiter können wir auf der rechten Seite einen Blick in den Schacht einer alten Erzgrube werfen. Bis in die 30er Jahre wurde hier Kupfer abgebaut. 
An einer kleinen Wiese vorbei erreichen wir nach einem kurzen Anstieg eine uralte Linde. In ihrem Schatten kann sich der Wanderer auf einer Bank ausruhen. Deren Bestandteile sind Reste eines Hauses der untergegangenen Ortschaft

Frohnhausen

Nach ca. 500 m steht auf der rechten Wegesseite eine Sitzgelegenheit aus Sandstein. Ursprünglich war es einmal ein Fenstergewölbe aus Frohnhausen. Wie alle Dörfer unserer Landschaft eine frühmittel-alterliche Rodungen. Der heute noch sprudelnde Kaiserbrunnen in der Winterhauch gehörte zu Frohnhausen. Die 188 Frohnhausener, die 1937 ihre Heimat verließen, lebten überwiegend von der Landwirtschaft. 1000 Zentner Braugerste, die für ihre Qualität berühmt war, wurden auf der Gemarkung erzeugt. 
Wir verlassen die geschichtsträchtige Straße. Jedoch nicht ohne den Hinweis, dass in unmittelbarer Nähe vor vielen Jahren die Reste eines Hauses und Gegenstände des täglichen Gebrauchs gefunden wurden, so erzählt jedenfalls die Schulchronik aus dem Jahre 1856. Hinter einem Feldgehölz biegen wir rechts ab und folgen der Beschilderung. 
Über den Feldweg erreichen wir nach einem kurzen Stück durch den Laubwald die Weihwiese. Dieses Wiesental mit den Quellen des Hohlbaches war in grauer Vorzeit ein Quellheiligtum, daher der Name Weihwiese.
Der Hohlbach läuft auf geradem Weg nach Nohen und mündet in die Nahe. Auf dem Weg ist im 30-jährigen Krieg, am 23. September 1635 die Truppe des Herzoges von Weimar auf der Flucht vor dem kaiserlichen Heer marschiert. Über die Nahe führte damals eine steinerne Brücke.

Breungenborn

Am Fuße der Winterhauch, ebenfalls an der alten Straße nach Mainz lag der kleine Ort Breungenborn. Münzfunde aus der Römerzeit und keltische Hügelgräber auf der Breungenborner Gemarkung zeugen von der alten Vergangenheit. Der Ort dürfte entstanden sein, als um 976 als Bischof Williges zu Mainz in der Winterhauch Wald roden und in Kirchenbollenbach ein Kirchlein erbauen ließ. Breungenborn war ein bekannter Marktort. Wo immer von bedeutenden Märkten gesprochen wurde, durfte der Markt in Breungenborn nicht fehlen. Eine Quelle nennt den Markt bereits im Jahr 1570.

Nach 1937 wurde dieser Markt in Reichenbach abgehalten, die Reichenbacher erbten ihn sozusagen. Bis in die 50er Jahre war es noch ein richtiger Vieh- und Krammarkt. Auch hier wird eine bleibende Verbindung Reichenbachs zum ehemaligen Nachbarort deutlich. Die Gemarkung war mit 689 ha recht groß für einen Ort, der zur Zeit der Räumung nur 100 Einwohner hatte.

Hinter der Wegegabelung biegen wir rechts ab und gehen ca. 200 m über den Teerweg Richtung Reichenbach, um dann an der nächsten Wegeeinmündung wieder links abzubiegen. Schwer vorstellbar, dass auf diesem Weg am 23. September 1630 der Herzog von Weimar mit einer ganzen Armee, die aus 18 000 Soldaten mit Tross bestand, auf der Flucht vor den Kaiserlichen. Ohne einen Feind im Rücken wandern wir weiter bis zur nächsten Wegegabelung und verlassen den geschichtsträchtigen Weg um dem rechts abbiegenden Feldweg zu folgen.

Ronnenberg

Wir wandern weiter und erreichen nach ca. 200 m eine Bank, die von alten Torpfosten flankiert wird. Das Sandstein-material stammt von der Friedhofsmauer und dessen Eingangstor des Ortes Ronnenberg.544 ha umfasste die Gemarkung dieses Dörfchens, welches am Südhang der Hochfläche der Zwerghöhe seinen Standort hatte. Um das Jahr 1000 dürfte es entstanden sein und war von jeher kirchlich nach dem Flecken Baumholder orientiert. Zu Ronnenberg gehörten die Lockersmühle und die Backesbergermühle am Fuße des Backes-berges sowie der Steinbruch am Weg nach Erzweiler. Streitbare Leute mögen die Ronnenberger gewesen sein; sie stritten von 1704 bis 1764 um ein verwildertes Gelände bei der Lockersmühle mit den Baumholderern. Handgreiflichkeiten und Tätlichkeiten gegen die Obrigkeit führten im Verlauf der Jahre sogar zu Verhaftungen und Geldstrafen. Die 330 Einwohner, die 1939 das Dorf verlassen mussten, nahmen friedlich Abschied von ihrer Heimat.
Die anfangs erwähnte Römerstraße wird unseren Weg noch ein Stückchen begleiten. Wir wandern nun auf diesem alten Weg weiter in Richtung Heimbach und erreichen nach etwa 300 m eine Wegegabelung. Davor steht der Rest einer Sandsteinsäule. Ein Fundstück von der Gemarkung Breungenborn. War es eine römische Wegessäule?

Autorentipp

Verbinden Sie Ihre Wanderung auch mit einem Besuch des Ofenmuseums in der Ortsmitte von Reichenbach (Hauptstraße 23). Es ist Sonntags von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr geöffnet, außer in den Wintermonaten.

 

Profilbild von Jürgen Wachowski
Autor
Jürgen Wachowski
Aktualisierung: 23.09.2020
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
478 m
Tiefster Punkt
348 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Verbandsgemeinde Baumholder, Am Weiherdamm 1, 55774 Baumholder

Telefon: 06783-8116

E-Mail: tourismus@vgv-baumholder.de, j-jung@vgv-baumholder.de

www.vgv-baumholder.de

 

 

Start

In der Ortsmitte von Reichenbach vor dem Kriegerdenkmal; Hauptstraße 45, 55776 Reichenbach. (410 m)
Koordinaten:
DG
49.640972, 7.285844
GMS
49°38'27.5"N 7°17'09.0"E
UTM
32U 376241 5500124
w3w 
///dauerhafter.schuh.boden

Ziel

In der Ortsmitte von Reichenbach vor dem Kriegerdenkmal; Hauptstraße 45, 55776 Reichenbach.

Wegbeschreibung

Der Weg beginnt mit der ehemaligen Ortschaft Ausweiler und stellt nacheinander die 14 ehemaligen Dörfer vor.
Bei der Wegebeschreibung unten, stehen die untergegangenen Dörfer des Truppenübugsplatzes in Klammer Fett geschrieben.

Reichenbach Parkplatz - (Ausweiler) - (Erzweiler) - Hauptstraße - (Grünbach) - Auf dem Schoss - (Mambächel) - K 11 - (Kefersheim) - Brunnen - (Aulenbach) - Sportplatz - (Ehlenbach) - (Ilgesheim) - (Oberjeckenbach) - Salzlecke - (Wieselbach) - Reilsbach - L 172 - (Zaubach) - Betschied - (Frohnhausen) - (Breungenborn) - (Ronnenberg) - Reichenbach Parkplatz

Den Ausgangspunkt der Wanderung erreichen wir am Ortsausgang von Reichenbach in Richtung Nohen. Vor dem Kriegerehrenmal biegen wir links ab und fahren bis zum Transformatorenhaus. Auf der Grünfläche rechts des Weges stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.

Der Weg ist mit roter Farbe markiert. Richtungsänderungen werden durch ein rotes gleichschenkeliges Dreieck angezeigt dessen Spitze die neue Richtung vorgibt.

Über Reichenbach hinweg schauend erblicken wir den Westteil des Truppenübungsplatzes mit der Winterhauch als Horizont. Der Sauberg mit 600 Höhenmetern ist der höchste Punkt dieses Höhenzuges.  Am oberen Ende des Parkplatzes vor einem Schwarzdorngebüsch steht eine Infotafel mit der Wanderroute. Der Unterbau besteht aus Sandsteinblöcken.

Weiter wandernd erreichen wir nach etwa 400 m eine Bank die von einem alten Torpfosten flankiert wird. Das Sandsteinmaterial stammt von der Friedhofsmauer und dessen Eingangstor des Ortes Ronnenberg. Wir wandern nun auf diesem alten Weg weiter in Richtung Heimbach und erreichen nach etwa 500 m eine Weggabelung. Ein Rastplatz lädt zum ersten Verweilen ein.

Wir wandern weiter bis zur nächsten Weggabelung und folgen dem rechts abbiegenden Feldweg. Nach 200 m steht auf der rechten Wegeseite eine Sitzgelegenheit aus Sandstein. Ursprüglich war es einmal ein Fenstergewende aus Frohnhausen.

Vorbei an Feldern und Wiesen geht der Weg weiter bis wir nach 500 m an einen überdachten Sitzplatz kommen. Die Trockenmauer und Treppenstufen die ihn umrahmen sind Materialien, die aus dem ehemaligen Ort Zaubach stammen.

Nach einem kurzen Steilstück im Buchenstangenholz queren wir die Landstraße nach Nohen und biegen links ab auf einen Wiesenweg. Dem Weg folgend kommen wir in den schluchtartigen Landsgraben, überqueren den Reielsbach und gehen rechts weiter bergan. Nach 500 m biegen wir links auf einen Waldweg ab, der uns am Mittelhang des Hochfelsens entlang zur Goldgrube führt. Kurz bevor wir den Wald verlassen, ist auf der linken Wegseite eine Felsnase, von der aus man einen Blick in das Nahetal werfen kann.

Etwa 250 m weitergehend auf der rechten Wegseite können wir in den Schacht einer alten Erzgrube schauen. Bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde dort Kupfer abgebaut. An einer kleinen Wiese vorbei gehend, erreichen wir nach einem kurzen Anstieg eine uralte Linde. In ihrem Schatten kann sich der Wanderer auf einer Bank ausruhen, deren Bestandteile Reste eines Hauses der untergegangenen Ortschaft Wieselbach sind wie auch die Trockenmauer zu ihren Füßen.

Links abbiegend gehen wir talabwärts auf dem Weg weiter bis wir die alte Kreisstraße nach Kronweiler in einer Spitzkehre erreichen. Dann in Richtung Reichenbach bergan bis zur nächsten Spitzkehre. Nun der Ausschilderung folgend, ein wenig bergab dann bergan der Abbruchkante des Nahetals folgend, durch Laub- und Nadelwald zuletzt vorbei an Feldern erreichen wir die Salzleck.

In Sichtweite der alten Kreisstraße erwartet uns ein Rastpunkt. Die ehemalige Kreisstraße führt uns nun weiter in Richtung Sportplatz Reichenbach. An der Kreuzung zur Außenfeuerstellung 205 am Fuße von Harzbuch können wir eine kurze Rast einlegen und uns auf einer Bank ausruhen, deren Sandsteinteile aus Ilgesheim stammen. Ein kurzer Anstieg und Harzbuch ist erreicht.

Ein Rastpunkt lädt zum Verweilen ein. Der herrliche Rundblick, der sich bietet, entschädigt für die bisherigen Mühen des Weges. In gerader Sichtlinie in den Hochwald eingebettet das höchstgelegene Dorf von Rheinland-Pfalz Hattgenstein, das Nahetal zu unseren Füßen, den Horizont beherrschen Soon-, Idar- und Hochwald mit dem Erbeskopf, dem höchsten Berg in Rheinland-Pfalz und die Freisener Höhen sind zum Greifen nahe.

Am Sportplatz vorbei, einen Blick auf Reichenbach mit seiner schönen Kirche werfend, gelangen wir auf ebenem Weg an eine Wegekreuzung. Davor auf einer Grünfläche links des Weges steht eine Sitzgruppe. Die Sandsteine, die Tisch und Bank tragen, sind Überbleibsel des Ortes Aulenbach. Nach wenigen Metern wenden wir uns nach rechts, folgen dem Feldweg bis zur Infrastrukturstraße, um dann rechts in Richtung Truppenübungsplatz abzubiegen.

An der Platzgrenze verwehrt eine Schranke das Weitergehen. Wir gehen rechts abbiegend in Richtung Reichenbach bis zum Friedhof und betreten diesen durch den hinteren Eingang. Der Leichenhalle gegenüber gewahren wir ein neugotisches Friedhofskreuz. Ursprünglich stand es auf dem Friedhof von Kefersheim. Den Friedhof verlassend, gehen wir auf der heutigen Dorfstraße weiter und setzen damit unsere Füße wieder auf einen Teil der alten Römerstraße. Die heutige Dorfstraße war wohl Teil der Römerstraße, auf der wir unsere Wanderung begonnen haben.

Dem Verlauf der Dorfstraße folgend, kommen wir zum Schnittpunkt der beiden uralten Fernrouten die eingangs beschrieben wurden. Der Dorfname für diesen Ortsteil heißt auch heute noch Kreuzweg. In gerader Richtung die Kreuzung querend, sehen wir rechterhand auf einem kleinen Platz einen Mühlstein, der zu einer Sonnenuhr umfunktioniert wurde, ebenfalls eine Arbeit des Steinmetzmeisters Pfestorf, und 3 Sandsteintröge. Sie symbolisieren die 3 Mühlen in der Steinalb, von denen die Schmidtenmühle und die  Germannsmühle zur Gemeinde Grünbach gehörten. Die letzte Station der Wanderung ist am Kriegerehrenmal Reichenbachs erreicht. In der Rasenfläche erblicken wir die Nachbildung eines Baumstammes aus Sandstein. Es ist der Grabstein des königlichen Forstaufsehers Ludwig Roeder, geb. am 20. Juli 1861 und gestorben am 23. September 1884. Er stand auf dem Friedhof von Erzweiler. Der Grabstein wie auch das Friedhofskreuz sind in der Liste der Kulturdenkmäler von Rheinland-Pfalz verzeichnet. Nun ist auch der Endpunkt unserer Wanderung erreicht. Dem Straßenverlauf folgend, erreichen wir nach wenigen hundert Metern den Ausgangspunkt und können mit einem Blick zurück noch einmal die so andere Landschaft des Truppenübungsplatzes erfassen. Text: Fritz Kunz, Reichenbach.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Die nächstegelegenen Bähnhofe liegen in Idar-Oberstein und Ruschberg. Ruschberg kann mit der Bahn in 5 Minuten erreicht werden. Die Linie 320 fährt von Idar-Oberstein über Reichenbach und Ruschberg nach Baumholder. Auch dort ist ein Bahnhof zu finden.

 

Anfahrt

Abfahrt Freisen von der A 62 in Richtung Baumholder. Danach Richtung Idar-Oberstein und die Ausfahrt Reichenbach nehmen.

 

Parken

Parkplätze sind am Dorfgemeinschaftshaus ausreichend vorhanden.

Koordinaten

DG
49.640972, 7.285844
GMS
49°38'27.5"N 7°17'09.0"E
UTM
32U 376241 5500124
w3w 
///dauerhafter.schuh.boden
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Flyer stehen in der VG Baumholder zur Verfügung. Verbandsgemeinde Baumholder, Am Weiherdamm 1, 55774 Baumholder Telefon: 06783-8116 E-Mail: tourismus@vgv-baumholder.de Homepage: www.vgv-baumholder.de

Kartenempfehlungen des Autors

Kartenmaterial der VG Baumholder. Verbandsgemeinde Baumholder, Am Weiherdamm 1, 55774 Baumholder Telefon: 06783-8116 E-Mail: tourismus@vgv-baumholder.de Homepage: www.vgv-baumholder.de

Ausrüstung

Empfehlenswert sind festes Schuhwerk und witterungsangepasste Kleidung.

Fragen & Antworten

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Bewertungen

2,7
(3)
Andreas Meier
13.06.2020 · Community
Rundtour durch Wald und Wiesen die Hügel hoch und runter. Einige Streckenabschnitte sind von der Beschaffenheit bei nasser Witterung schwer zu begehen. Markierungen sind teilweise nicht vorhanden. Es gibt schönere Rundwanderwege in dieser Region.
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Gemacht am 13.06.2020
Foto: Andreas Meier, Community
Foto: Andreas Meier, Community
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M. R.
22.05.2020 · Community
Wegweiser müssten dringend überarbeitet werden. Ansonsten ein schöner Wanderweg.
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A. J.
21.12.2014 · Community
Die Tour verläuft auf gut begehbaren Wegen (wenn es nicht geregnet hat) Leider fehlen an manchen Abzweigungen die Markierung. Schöne landschaft aber leider sind an den Aussichtspunkten mit den Relikten aus den Dörfern keine Infotafeln vorhanden... Deshalb fand ich die Tour ein wenig langweilig.
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Gemacht am 21.12.2014

Fotos von anderen


Status
geöffnet
Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
12,3 km
Dauer
4:09h
Aufstieg
353 hm
Abstieg
353 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch

Statistik

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